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Interview mit Herrn Hilmer vom Deutscher Apotheker Service

Im Leben passiert andauernd etwas Neues: Die Elternzeit endet, eine Apothekenschließung findet statt oder in einem entwickelt sich einfach nur der Wunsch nach frischem Wind um die Nase. Eine Internetsuche führt immer häufiger zu Plattformen für Apothekenjobs. Ich hatte vor Kurzem die Gelegenheit,  mehr über die Plattform Deutscher Apotheken Service zu erfahren. Und zwar bei einem Interview mit dem Leiter Herrn Hilmer.

 

Lieber Herr Hilmer, möchten Sie sich und Ihre Firma einmal vorstellen. Wer sind Sie und was machen Sie?

 

Mein Name ist Patrick Hilmer und ich leite den Deutschen Apotheker Service. Wir betreiben eine Plattform, über die wir für Apotheken Stellenangebote für Apotheker, PTA und PKA besetzen. Wir sind allerdings keine Jobbörse, sondern eher eine Personalvermittlung, die Kunden und Bewerber intensiv betreut. Um einem Missverständnis vorzubeugen: Wir bieten keine Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung an, wir stellen lediglich den Kontakt her. Schon etwas länger betreibt unser Unternehmen ähnliche Plattformen unter anderem für Zahnärzte und Hausärzte. Im Frühjahr dieses Jahres sind wir nun mit diesem Service für Apotheker gestartet, erst in Nordrhein-Westfalen, dann bundesweit. Ich selbst habe vorher an den Universitäten Mannheim und Bielefeld Wirtschaft studiert und auch schon als Werkstudent bei unserem Unternehmen gearbeitet.

 

Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrer Plattform „Gesundheit und Personal“ beziehungsweise „Deutscher Apotheker Service“ und welch einzigartigen Vorteile bringt Ihr Angebot genau?

 

Die Ursprünge für die erste Plattform, den Deutschen Zahnarzt Service, liegen nun schon ein paar Jahre zurück. Mein Kollege lag damals bei seinem Zahnarzt im Stuhl und sie kamen auf die problematische Personalsuche der Praxis zu sprechen. Damals entstand die Idee für einen professionellen Service für Zahnarztpraxen. Da wir auch immer weitere Anfragen aus den anderen Bereichen des Gesundheitswesens bekamen, haben wir dann weitere Plattformen wie eben den Deutschen Apotheker Service gestartet. „Gesundheit und Personal“ ist der Name des Unternehmens, das hinter den verschiedenen Plattformen und Teams steht.

 

Für Bewerber liegt der Vorteil vor allem darin, dass sie sich bei uns registrieren können und wir ihre Wünsche dann automatisch mit passenden Stellenangeboten unserer Kunden abgleichen. Man braucht also selbst keine Stellenangebote suchen, die ja auch häufig nicht öffentlich sind. Außerdem muss man weniger Zeit aufwenden, als es für eine einzelne Bewerbung notwendig wäre, bewirbt sich aber quasi gleichzeitig bei vielen passenden Stellen – wobei wir die Kontaktdaten von Bewerbern immer nur nach ihrer Zustimmung an Apotheken weiterleiten. Im ersten Schritt bewerben sich unsere Kunden quasi bei unseren Kandidaten. Es ist für Apotheker, PTA und PKA, die auf Stellensuche sind, also eine sehr effiziente Art der Jobsuche.

 

Ebenso ist es auch für Apotheken sehr effizient, über uns ihre Stellenangebote zu besetzen, da es bei uns das laufende Geschäft ist und wir den Apotheken außer der Personalauswahl sämtliche Schritte abnehmen. Häufig haben wir sogar schon die richtigen Bewerber in unserer Datenbank – schneller geht es kaum.

 

Bieten Sie auch Möglichkeiten an, Positionen für Jobsharing zu finden? Weshalb oder weshalb nicht?

 

Ich möchte mal mit einem „Jein“ antworten. Prinzipiell ist dies bei unserem System natürlich möglich, wenn die Apotheke dies möchte oder zumindest mitmacht. Allerdings hatten wir bislang noch keine Anfragen in diese Richtung, eher sind noch klassische Teilzeit-Anfragen in unserer Branche üblich, so mein Eindruck.

 

Wie unterscheidet sich Ihr Angebot vom Wettbewerb?

 

Um das seriös zu beantworten, müsste ich mehr Informationen über andere Unternehmen im Markt haben, denke ich.

 

Welche Herausforderungen hatten Sie bei der der Entwicklung?

 

Bislang sind wir glücklicherweise von größeren Herausforderungen im Sinne von Problemen verschont geblieben. Wir profitieren da natürlich sehr von den Erfahrungen unserer Schwesterplattformen und shared services vor allem in Sachen Administration, Marketing und Technik. Generell ist es natürlich so, dass wir den Arbeitsmarkt zwar beschleunigen, aber nicht umkehren können. Das heißt: In weniger dicht besiedelten Regionen, werden auch wir nicht zehn perfekte Bewerber finden, die nur noch anfangen müssen, auch wenn das natürlich der Wunsch des Kunden wäre. Wir können in diesen Regionen unseren Kunden aber helfen, dass jemand, der sich für den Standort interessiert, von der Stellensuche unseres Kunden erfährt.

 

Wann haben Sie den ersten Job vermittelt und wie viele haben Sie bisher vermittelt?

 

Über allgemeine Zahlen geben wir grundsätzlich keine Auskunft, wir messen intern in der Regel auch eher nach relativen Zahlen, da wir sie für aussagekräftiger halten. Die erste Vermittlung, eine PTA, erfolgt allerdings relativ direkt nach dem Markteintritt im Frühjahr, etwa vier Wochen, nachdem wir online gegangen waren.

 

Es gibt eine große Anzahl älterer Apothekeninhaber, die ihre Apotheke mangels geeigneter Nachfolge demnächst schließen müssen. Zudem spricht man von einem PTA Mangel. Wie sehen Ihre Erfahrungen aus und sehen Sie eine Möglichkeit die Berufe attraktiver zu gestalten?

 

Beides sind unseres Erachtens reale Probleme. Aber auch hier muss man sich die Thematiken sehr im Detail anschauen, denn es gibt große regionale Unterschiede. Einige Standorte sind sehr beliebt, da gibt es fast schon ein Überangebot an Fachkräften, in anderen Regionen, vor allem ländlichen, sieht dies natürlich anders aus. Bei den PTA bin ich mir nicht sicher, ob ein PTA-Mangel existiert oder ob es nicht auch häufig ein Gap zwischen Erwartungen an eine PTA oder ihren realen Leistungsmöglichkeiten gibt. Bei einem generellen Mangel an PTA würden meines Erachtens die Vergütungen der PTA schneller oder deutlicher steigen. Ein Problem ist sicher, dass anders als „früher“, immer mehr junge Menschen studieren möchten und eine Ausbildung zur PTA daher häufig nicht in Betracht gezogen wird, was ich persönlich sehr schade finde. Eine Möglichkeit, den Beruf attraktiver zu gestalten, wäre daher vielleicht der Aufbau einer größeren Reputation dieses Berufsfeldes, zum Beispiel über Imagekampagnen.

 

Was war zuerst da: Ihr Blog, in dem Sie sich an Angestellte der Offizin wenden, interessante Themen aufbereiten und Tipps und Tricks zum Arbeitsalltag geben oder die eigene Geschäftsidee?

 

Die Geschäftsidee. Wir haben dann aber schnell mit dem Blog nachgezogen, da sich gezeigt hat, das ein großes Interesse an verschiedenen Themen rund um das Berufsfeld und das Arbeitsleben besteht. Wir werden da zukünftig auch noch mehr machen.

 

Wie viele PTAs und Apotheker lesen Ihren Blog mittlerweile?

 

Das kommt sehr stark auf das jeweilige Thema an. Aber die Entwicklung ist jedenfalls so, dass wir einige Themen noch genauer beleuchten werden.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

 

Für den Deutschen Apotheker Service speziell: Dass wir weiter so wachsen wie bislang und noch viele Stellenangebote für Apotheker, PTA und PKA besetzen.

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Herr Hilmer!